Wolfgang Vetten - Die Unberechenbarkeit des Lichts
 


Der Künstler Wolfgang Vetten ist einem breiten Publikum seit Jahren bekannt durch seine Schrift, sein Licht und seine Farbe. Oft sind es Aquarelle auf Papier, doch seit geraumer Zeit benutzt er als Malgründe auch Glas und durchsichtige Folien. Er erzielt damit neue Wirkungen, die uns hier in dieser Ausstellung vor allem auf bemaltem Glas vorgeführt werden.


Licht und Schatten gehören in unserer polaren Welt zu einander. Unsere Wahrnehmungen können diese Phänomene in den unterschiedlichsten Formen erleben und in ihren Veränderungen beobachten. Diese Veränderungen können plötzlicher Natur sein, aber auch einen langsamen kontinuierlichen Gang einnehmen.


Die Form des Schattens ergibt sich aus der Gestalt, welche vor das Licht tritt, das unser Auge wahrnimmt. Sie kann willkürlich sein aber auch vom Menschen bewußt gestaltet, allerdings nur so lange eine weitere unabhängige Form nicht dazwischen tritt.

Dieses Ereignis des Dazwischen-Tretens oder die Veränderung des Lichts in Bewegung und Zeit, nennt Wolfgang Vetten die Unberechenbarkeit des Lichts, also ein Phänomen, das er selbst nicht mehr beeinflussen kann. Dabei geht es allerdings nur um das natürliche Licht.


In hier gezeigten Arbeiten, in denen er nicht nur sein eigentliches Werk gestaltet, hat er gleichzeitig den Schattenwurf in seinen Gedanken.

 

Seine Schriftbilder sind für den Betrachter irritierend, da sie nur Wortfragmente darstellen. Über die Hintergründigkeit kann der Betrachter reflektieren.


In seinen neuen Arbeiten reißt Wolfgang Vetten seine gekonnte malerische Schrift auf, sie wird freier und farbiger in den Formen und wird zur Abstraktion.

 

So gerne würden wir sofort lesen, verstehen, erkennen, doch ist es sicher gut über das analytische Wahrnehmen nicht das ganze Kunstwerk zu vergessen. Es birgt etwas Geheimnisvolles in sich, damit werden unsere Emotionen angesprochen.


Eine Tageswanderung der Sonne gleich Bewegung in der Zeit auf den mit Kreide beschriebenen Fenstern-Lichtquellen kann ein wunderbares Erlebnis sein.


 

Marie-Luise Fellner von Feldegg