Tim Kubach

g560 - Holsten-Therme 03 (2005), 95 x 120 cm,
Pigmentdruck/Diasec
© Galerie Fellner von Feldegg
g561 - Holsten-Therme 06 (2005), 95 x 120 cm,
Pigmentdruck/Diasec
© Galerie Fellner von Feldegg
g564 - Tropical Islands 06 (2008), 80 x 63 cm,
Pigmentdruck/Diasec
© Galerie Fellner von Feldegg
g563- Tropical Islands 05 (2008), 63 x 80 cm,
Pigmentdruck/Diasec
© Galerie Fellner von Feldegg

 
Wahrnehmung des Anderen, den Blick für das Fremde öffnen, die Vielfalt des Anderen als Bereicherung erfahren, das Bekannte vertiefen. Das Leitthema der Galerie findet sich auch in den fotografischen Arbeiten von Tim Kubach wieder.

Erlebnismarketing prägt das heutige Konsum- und Freizeitverhalten. Erlebnisse werden als Ware gekauft. Schwimmbäder werden zum Erlebnisbad, Tierparks werden zur Erlebniswelt, es entstehen Indoor-Spielplätze für die Kleinen, Indoor-Kartbahnen für die Großen, Freizeitparks genießen großen Zulauf. Die trügerische Vorstellung von Naturerfahrung, Schönheit und „alles ist möglich“, gepaart mit dem Gefühl, etwas gemeinsam mit anderen zu erleben, Zusammengehörigkeit zu spüren, treibt den Menschen der Moderne an, diesen eigentlich kurzzeitigen, wenn auch intensiven Ausgleich zum technisch orientierten, vom Verstand geprägtem Arbeitsplatz zu suchen.

Tim Kubach widmet sich in seinen Arbeiten diesem Thema. Waren es in den vergangenen Jahrhunderten zoologische Gärten, Weltausstellungen oder der Prater in Wien, die die Menschen verzauberten und ein über die Grenzen schauen möglich machten, sind es heute funktional gebaute Hallen, versehen mit künstlichen Landschaften, die eine Flucht aus dem Alltag ermöglichen und versuchen, paradiesische Verhältnisse zu vermitteln. Menschenleer sind diese Räume auf den Bildern von Tim Kubach. Kahl, trostlos und starr wirken sie nun. Ein Arrangement von Südseepalmen umrandet die Eingangstür, schafft es aber nicht, deren normgerechte Ausführung zu verbergen. Gleiches gilt für Rohre, Leitungen und Lichtschalter. Optisch in die Landschaften integriert, ist ihre Platzierung doch ein Hinweis auf deutsche Bauvorschriften. Zweckmäßige Plastikmöbel bilden weitere Brüche. Wirtschaftliche Faktoren bestimmen Architektur und Interieur. Ist das Paradies doch nicht grenzenlos?

Dem Betrachter ist es überlassen, seine Sehnsüchte zu stillen und sich wohl zu fühlen oder darüber nachzudenken, was für ihn Natur bedeutet.

 

Vita

 

1963             geboren in Kettwig

1985 – 88      Fotoassistenz im Fotostudio
                    Reinhart Wolf in Hamburg

1987 – 88      Studium an der Hfbk, Hamburg

seit 1989       Arbeit als freier Künstler in den
                    Bereichen Malerei und Fotografie

seit Mitte der 90er mehr und mehr Zuwendung zur Fotografie


lebt und arbeitet in Hamburg