Joachim Peter Kastner

 

 

g085 - Skulptur (2002),
160 x 32 x 30 cm, Ettringer Tuff
© Galerie Fellner von Feldegg
g085 - Skulptur (2002),
160 x 32 x 30 cm, Ettringer Tuff
© Galerie Fellner von Feldegg
g079 - Büste Savoniere
25,5 x 23,5 x 12 cm, Stein Savoniere mit Tuffsockel
© Galerie Fellner von Feldegg
g108 – Büste
54 x 13 x 11 cm, grauer Sandstein
© Galerie Fellner von Feldegg
g083 - Büste
41 x 35 x 19 cm, Lindenholz, bemalt mit Kreide/Graphit/Gouache
© Galerie Fellner von Feldegg
g082 - Kleine rote Holzbüste,
je 13 x 10,5 x 6 cm, Lindenholz bemalt, auf rotem Sandsteinsockel
© Galerie Fellner von Feldegg
g077 - Büste auf hohem Sockel,
38 x 10 x 10 cm, Gusseisen, Auflage 5/6
© Galerie Fellner von Feldegg
g078 - Büste auf 2 Sockeln,
37 x 10,5 x 9 cm, Bronze, Auflage 4/6
© Galerie Fellner von Feldegg
g350 - Zeichnung (2009),
129 x 100cm, Kreide/Kohle/Ölfarbe auf Leinwand
© Galerie Fellner von Feldegg
g362 - Zeichnung (2009),
145 x 94cm, Kreide/Kohle/Ölfarbe auf Leinwand
© Galerie Fellner von Feldegg
g091 - Zeichnung (2008)
45,5 x 90 cm, Kreide/Kohle/Ölfarbe auf Leinwand
© 2008 Galerie Fellner von Feldegg
g090 -Zeichnung (2008)
45,5 x 90 cm, Kreide/Kohle/Ölfarbe auf Leinwand
© 2008 Galerie Fellner von Feldegg
Zeichnung (ohne Jahr)
Mischtechnik auf Bütten
© 2008 Galerie Fellner von Feldegg
g094 - Zeichnung (2 Büsten)
35,5 x 15,5 cm, Mischtechnik auf Karton © 2008 Galerie Fellner von Feldegg
Zeichnung (ohne Jahr)
Mischtechnik auf Karton
© 2008 Galerie Fellner von Feldegg

Joachim Peter Kastner ist vielschichtig als Mensch und tiefschichtig in seiner künstlerischen Ausdrucksform. Es bedarf der intensiven Hinwendung des Betrachters, um sowohl den Menschen zu ergründen, als auch seine künstlerische Aussage zu erfassen. Stellt man sich der Frage, was wichtiger in Kastners Arbeit sei, die Zeichnung oder die Skulptur, so beantwortet sie sich in jenem Moment, in dem man sich auf Künstler und Werk einlässt. Zeichnungen und Plastiken gehören zusammen, sie bilden eine Einheit in seinem Werk, ergänzen sich. Kastners Zeichnungen beschäftigen sich - obwohl ein ganz eigenständiges Werk - mit dem Thema Figur und Raum und führen unmittelbar zu seinen bildhauerischen Werken. In der Zeichnung steckt die Möglichkeit der Freiheit, wohingegen uns in der Plastik das Elementare begegnet, aus Stein geschlagen, weggenommen mit dem Werkzeug des Bildhauers, handwerklich gekonnt, kraftvoll, durchdacht. Kastner weiß nicht nur viel über den Stein in seiner großen Vielfalt, er liebt auch dessen Auswahl. Überdies ist Holz, insbesondere Lindenholz, ein von ihm mehrfach bearbeitetes Material, aus dem er kleine Büsten herausschält. Ihnen verleiht Kastner durch Farblinien, wie sie sich ähnlich auch in seinen Zeichnungen finden, eine ganz besondere abstrakte Lebendigkeit. So zeigen seine Büsten den Menschen, ohne diesen dabei in seiner Individualität zu betonen. Kastners Überlegungen gelten nicht einer Individualisierung oder Psychologisierung, sondern erinnern vielmehr an Urformen, an das „Sosein“ des Menschen.

Joachim Peter Kastners Skulpturen suchen den Dialog, nicht nur mit dem Betrachter, sondern auch, was ungewöhnlich ist, mit sich selbst, nicht zuletzt ermöglicht durch die Wahl unterschiedlich farbiger Steine. Überdies erzwingen starke Schnitte als künstlich geschaffene, bisweilen harte Begrenzungen des Materials die Auseinandersetzung. Sie prägen sich in ihrer Schärfe ein und reizen dabei zugleich immer den Gedanken der Überschreitung. Kastners Zeichnungen zeigen sich expressiv und empfindsam zugleich. Oft ist es schwarze Tusche, die den Betrachter an kaligraphische fernöstliche Bilder erinnert. In anderen Zeichnungen treffen sich kräftige Farblinien, nicht selten schon vorgedachte Skulpturen zeigend. Wo in der Skulptur aus Stein Material weggenommen werden soll, übernimmt die Farbe in der Zeichnung die Möglichkeit der Sichtbarmachung von Grenzen.

Grundsätzlich ist das Werk von Joachim Peter Kastner durch große Prozesshaftigkeit geprägt, basierend auf dem Hintergrund, das rudimentäre, nicht fertig gestellte menschliche Individuum herauszuarbeiten. Dabei stellt der Sockel fast immer eine wichtige Bezugsgröße dar. Als Bestandteil der Skulptur, teilweise mit ihr verbunden, bilden beide eine Einheit, die dennoch absichtlich Fragen ihrer Weiterführung aufwirft.

Marie-Luise Fellner von Feldegg

 

Vita:

 

1947               geboren in Dinslaken

1966               Abitur

                      Studium der Bildhauerei, 
                      Kunstakademie Düsseldorf

                      Prof. Sieler und Prof. Heerich

1974               Meisterschüler von Prof. Heerich

1979               Promotion in Philosophie an der 
                      Universität Düsseldorf

1980-98          Atelier in Krefeld

1987               Habilitation

Seit 1990        Lehrauftrag 
                      Kunstakademie Düsseldorf

Seit 1992        Visiting Artist am 
                      Edingburgh College of Art

Seit 1998        Ateliers in Düsseldorf und Beckum

2001-2005       Vorstandsmitglied im 
                      Deutschen Künstlerbund

Seit 2005        Mitglied im Deutschen Künstlerbund

 

Die Arbeiten von Joachim Peter Kastner wurden in mehreren Katalogen veröffentlicht. 

siehe auch:

Ausstellung 14.9.2008