Günter Haese

g324 - Libera (2007-2009), 70x49x20cm,
kinetisches Objekt, Messingdraht geformt,
© Galerie Fellner von Feldegg
g325 - Vor Baku (frontal), 30x40x34cm, kinetisches Objekt,
Messingdraht geformt auf bemaltem Drahtgeflecht
© Galerie Fellner von Feldegg
g325 - (Vor Baku von oben) , 30x40x34cm, kinetisches Objekt
Messingdraht geformt auf bemaltem Drahtgeflecht
© Galerie Fellner von Feldegg

 

Mit seinen aus Messingdraht gebauten räumlichen Objekten gehört Günter Haese zu den bedeutenden Vertretern der in den 60er Jahren entstandenen „kinetischen Kunst“. Mittels Verlötung von Kugeln, Spiralen, Pendeln und anderen filigranen Teilen schafft er Kunstwerke einzigartiger Körperlichkeit.

 

Peter Kastner in  „Optimus II in der Skulpturensammlung Viersen“ über Günter Haese:

Seit 1963 hat er mit großem Erfolg sein Werk zu internationaler Geltung bringen können und diese Stellung bis heute behauptet ...

... die künstlerischen Qualitäten des bisherigen Werkes einzubringen: Die feingliedrige und zarte Bauweise aus Draht, die durchbrochene Räumlichkeit, die vibrierende Beweglichkeit seiner einzelnen Glieder und ihre Reaktionsfähigkeit auf Luftbewegungen, Licht- und Glanzreflexe im Zusammenspiel mit festen und beweglichen Teilen der Konstruktion und die spielerische Beschreibung des lufterfüllten Raumes als belebte Sphäre.

an anderer Stelle:

Körper, die Suche nach der Möglichkeit des Körperlichen, das ist für Günter Haese, den Bildhauer, wie er sich gerne nennt, das Zentrum aller bildenden Kunst. Dementsprechend versteht Haese seine berufliche Tätigkeit als Bildhauerei. Er hat seine Erfahrungen mit dem Stein gemacht und will diese nicht missen. Irgendwie ist er 1962 auf anderes Material gestoßen, das Innenleben eines Weckers. Aber er wollte dieses Uhrwerk nicht reparieren, geschweige denn studieren. Es ging ihm von Anfang an nicht um den Mechanismus der Uhr und den Ablauf der Funktionen, sondern um die Einzelteile dieses Werkes und ihre Bildlichkeit. Die Form des Bauens mit diesen Teilen ist der nächste mögliche, keineswegs notwendige Schritt. Schließlich hat sich dabei eine andere Auffassung von Körpern und Bewegung eingestellt.
Über das Bauen und seine Materialien bekommen die fertigen Teile wie z.B. das Zahnrad und die Spirale einen anderen Stellenwert im plastischen Gebilde. Sie überleben als markanteste Teile aus dem Innenleben der Uhren alle Wandlungen der Werkentwicklung der folgenden Jahre und bleiben bis heute  Bestandteil seiner Erfindungen. Aber der Draht – seit 1962 – und das Drahtgeflecht bzw. –gewebe – seit 1963 – bilden die wichtigsten Materialien in Haeses plastischem Bauen, das sich als Montage mit industriell produziertem Halbzeug präzisieren lässt....

 

Vita

 

1945            begann als Autodidakt zu zeichnen
1950            Studium an der 
                   Kunstakademie Düsseldorf
1956            Meisterschüler bei Prof. Matare
seit 1958     als freischaffender Künstler tätig


Arbeiten von Günter Haese sind in internationalen
Sammlungen und öffentlichen Räumen zu sehen.