Dong Yeon Kim 2004 - 2007

 

Blick in die Ausstellung „The holy City“ (2005)
© 2008 Galerie Fellner von Feldegg
Blick in die Ausstellung „The holy City“ (2005)
© 2008 Galerie Fellner von Feldegg
The holy City Tisch- und Bodenskulpturen (2005)
verschiedene Maße, Aluminium, gegossen
© 2008 Galerie Fellner von Feldegg
The holy City (2002)
74 x 88 x 39 cm, Sperrholz, Stoff, Farbe
© 2008 Galerie Fellner von Feldegg
The holy City Hängeskulptur (2003)
48 x 165 x 225 cm, Sperrholz, Stoff, Farbe
© 2008 Galerie Fellner von Feldegg
The holy City (2004)
Acryl auf Leinwand
© 2008 Galerie Fellner von Feldegg
See (2006)
33 x 53 cm, Acryl auf Leinwand
© 2008 Galerie Fellner von Feldegg
See (2005)
37,5 x 45,5 cm, Acryl auf Leinwand
© 2008 Galerie Fellner von Feldegg
See (2005)
45,5 x 65 cm, Acryl auf Leinwand
© 2008 Galerie Fellner von Feldegg
Installationsansicht Museum Seoul (2006)
© 2008 Galerie Fellner von Feldegg
Venus (2005)
ca. 400 cm, Ziegel, Beton, Bronce
© 2008 Galerie Fellner von Feldegg
The holy City (ohne Jahr)
ca. 15 x 28 x 9 cm, Holz, Stoff
© 2008 Galerie Fellner von Feldegg

Kleine Wahrheiten

Seit 2004 ist Dong-Yeon Kim, geb. 1960 in Seoul, in der Galerie Fellner von Feldegg vertreten. Seine zarten Tuschezeichnungen und Aquarelle jener Zeit sowie sein skulpturales Werk aus Aluminium oder biegsamen Hölzern visualisieren unter dem Titel „The holy city“ Kims religiös-philosophisch gelagertes Interesse an den Grundlagen menschlicher Existenz. Darüber hinaus sind sie Zeugnis eines Spiels von Gegensätzen, ein Thema, das der Künstler bis heute offen und sensibel auslotet. Dabei erweiterte Kim in den letzten Jahren den Kanon der Materialien um Acrylfarben, die er in dünnflüssigen Schichten auf Leinwänden zu abstrakten Kompositionen verdichtet. Wiederkehrendes Motiv ist hier das eines „Sees“, der entweder als ovale Farbfläche, oder durch Konturen in seinem verborgenen Volumen dargestellt wird. Folge davon sind Bilder, die, wie ein geheimnisvoller See selbst, zwischen Eindeutigkeit und Rätselhaftigkeit schwingen.

Vergleichbar spielen andere Leinwandarbeiten mit dem Motiv eines rauchenden Schornsteins, den Kim darüber hinaus auch in plastische Werke aus Ziegel, Beton und Gips überträgt. Während die Schlote in der Regel klar definiert sind, erlauben die stilisierten Rauchschwaden Assoziationen an Frauenkörper und kleine Putti, weshalb die auch als „Venus“ titulierten Werke abermals bewusst keine klaren Antworten geben. Vielmehr versetzen sie den Betrachter in einen Zustand der Sensibilisierung, der bezeichnend ist für alle Werke des Künstlers.

Dong-Yeon Kim, seit 2006 Professor an der Kyung-Hee Universität in Seoul, weiß von den unterschiedlichen Aspekten des Lebens, das sich aus zahlreichen kleinen Wahrheiten zusammensetzt. Entsprechend gleicht die Auswahl seiner Werke aus den Jahren 2003-2007 in der Galerie Fellner von Feldegg unter dem Titel „Kleine Wahrheiten“ einem Spiel mit Bausteinen, das selbst als Teil eines übergeordneten Ganzen zu betrachten ist.

Christian Krausch