g372 - Monotypie aus dem Zyklus Papaver (2008), 57 x 74 cm,
6 Farblagen auf Himalayapapier
© Galerie Fellner von Feldegg
g366 - aus dem Zyklus Ätna-Mohn I, 200 x 160 cm,
Öl auf Leinwand
© Galerie Fellner von Feldegg

Walter Urbach

  
Mohn ist sein Thema seit ihm durch Reisen vor allem nach Marokko die Kraft, die Energie, die Intensität dieser Pflanze mit ihrer prachtvollen Blüte vor Augen geführt wurde. Diese Intensität nahm er mit allen seinen Sinnen wahr. Sie berührte ihn so sehr, dass die Farbe, das besondere Rot, ihn nicht mehr los lässt, und ihn zu unentwegt neuen Abstraktionen in seinen Bildern führt.

Vielleicht ist es die Hingabe an die Farbe Rot, die ihm dazu verhilft immer tiefer und kraftvoller in das Licht und die Transparenz einzutreten.

Die verinnerlichte Farbe der Mohnblüte wie auch seine Konzentration darauf scheint Walter Urbachs Vitalität zu beflügeln..

Gleich wie die Mohnblüte hat ihn aber auch die Besteigung des Ätna tief berührt. Eine Vulkanlandschaft mag uns Menschen als Symbol tiefe Einsichten bescheren in das Leben.

Die Glut des Feuers- wieder der Farbe rot – das die Natur zerstören kann, um sie danach neu entstehen zu lassen, bedeutet für Walter Urbach zur Schwärze und Schwere der Versengung unbändige Kraft, die bewusst und diszipliniert erlebt zu Tiefen der menschlichen Wahrnehmung führen kann.

So sind die Bilder Walter Urbachs – vor allem die der großen Ölgemälde - seine Ausdrucksform der Erkenntnis über das Kräftespiel in der Natur, der ständigen Bewegung, die durch Stille wieder zu neuen Möglichkeiten der Erscheinungen führt.

Um auf die einzelnen Werke zu kommen betrachten wir die Monotypien, Einzeldrucke, somit immer Unikate. Da Walter Urbach ursprünglich vom Druck kommt, hat er für sich durch Experimente eine Möglichkeit gefunden Ölfarbe so zu emulgieren, dass sie die Transparenz zeigt, die er sich wünscht und die seinen Bildern die lichtdurchflutete Leichtigkeit der intensiven Farbe bringt. Dazu dient ihm ein sehr saugfähiges Papier, dass er im Himalaya in Nepal gefunden hat.

Die Ölbilder stammen aus dem Zyklus Ätna Mohn. Das Rot symbolisiert hier das Feuer, die grauen, großen Flächen sind für ihn die Schwefelwolken über dem Ätna und damit der Stirb- Werde Prozess in aller Natur. Feuer wie Mohn können große Gefahren für den Menschen bedeuten, das Feuer in seiner unbändigen Gewalt, der Mohn im Missbrauch.

In seinen Radierungen beschäftigt sich der Künstler mit dem gleichen Thema, nur zeigt er hier reduzierter nur schwarz und weiss, Dunkelheit und Licht, Bewegung und Stille und dazwischen Verbindungen beider Seiten.

Seine Aquarelle sind in den letzten Jahren für ihn ein ganz wesentlicher Teil seiner künstlerischen Arbeit geworden. Kann er doch auch hier seine Raumvorstellungen in abstrakten Landschaften immer tiefer und transparenter in der Farbe darstellen. Ich sehe darin eine Vergeistigung der menschlichen Natur, die bei Walter Urbach mit der künstlerischen Begabung, Vorstellungskraft und Disziplin zu diesen Ausdrucksformen führen und vielleicht dem Betrachter Freude, Hoffnung und Kraft geben kann.


Marie-Luise Fellner von Feldegg
zur Eröffnung der Ausstellung

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