ROTAR - Dialog mit dem Kosmos

Ansicht mit Edelstahlspirale, aufsteigend (1967-68)
© Galerie Fellner von Feldegg
Ansicht mit Edelstahlspirale liegend (1967)
© Galerie Fellner von Feldegg
Doppelspirale, 66x66cm, Tusche auf Papier (1971)
© Galerie Fellner von Feldegg
Spirale, dynamisch, Tusche
© Galerie Fellner von Feldegg
Le Chapeau Melone (1985)
© Galerie Fellner von Feldegg
Licht – Eisenbahnerlampe (1994)
© Galerie Fellner von Feldegg
Spirale am Kreuz (1979), 87 x 46 x 9cm, Mischtechnik
© Galerie Fellner von Feldegg


ROTARs malerisches Werk begann um 1950 mit der „Spirale“, die sich aus der Beschäftigung mit dem Kosmos, der Astronomie, Astrophysik, der Atomtheorie und den Naturwissenschaften entwickelte. Seine „Spiralen“ haben eine magische Anziehungskraft, etwas Suggestives. Sie vibrieren, saugen nach innen, exp-lodieren nach außen, wirbeln im leeren Raum. „Mich fasziniert deren Entstehen durch die Fliehkraft. Gleich der Relativitätstheorie bediene ich mich dem Phänomen Zeit in Verbindung mit der Rotation als 4. Koordinate im Raum. Während ich subjektiv zwei „fixe“ Punkte miteinander verbinde, wird die Spiralten-denz sichtbar“. (1969)
Zu Joseph Beuys, an dessen 20. Todestag (gest. 23.01.1986) in diesen Tagen erinnert wird und der ein Weg-gefährte von ROTAR war, bestanden vielschichtige Kontakte, zumal beide ähnliche geistige Positionen zu universalen Fragen, zum Kosmos und den Naturwissenschaften vertraten. Auch die mystischen Ansätze bei-der Künstler waren verwandt. Überdies beobachtete ROTAR in seiner Funktion als Künstlerphotograph Beuys bei zahlreichen Aktionen, einige Photographien und Dokumente werden Teil der Ausstellung sein. Um 1976 erweiterte ROTAR seinen Themenkreis. Ab dieser Zeit siegelte und stempelte er auch seine Wer-ke. Jüdisch-Kabbalistische, alchemistische und astrologische Chiffren, Tarot und Zahlen tauchen auf. Sie stehen symbolisch verschlüsselt, inhaltlich direkt miteinander in Beziehung. Besonders die Zahlen sind un-mittelbar aus dem „Erlebten“ erwachsen. ROTARs Bildsprache und Weltsicht ist überwiegend im Metaphy-sischen, Mystischen und Magischen verwurzelt, zumal der Künstler betonte, dass seine Kunst „nicht eine Frage der Form, sondern des Inhaltes“ sei. (1988). Jene Arbeiten sind klein im Format, formal streng linear-zeichnerisch konzipiert, meist auf schwarzem oder weißem, vereinzelt auf rotem Grund. Wichtige Themen sind die „Vereinigung der Gegensätze“ oder „coincidentia oppositorum“, Geburt und Tod, Vergänglichkeit und Tod, Eros und Tod. Sie sind vieldeutig und an der Grenze des Benennbaren.